Arbeitswelt - 22.06.2026
Demografie ist ein strategisches Thema
"Entscheidend ist, zunächst das grosse Potenzial jener Menschen besser zu nutzen, die freiwillig länger arbeiten möchten", erwähnt Hans Rupli im Interview mit Philipp Landmark im Leader Magazin.
Im Gespräch erklärt Hans Rupli, warum der demografische Wandel für Schweizer Unternehmen ein strategisches Thema ist und wie die Wirtschaft, statt auf politische Vorgaben zu warten, selbst aktiv werden muss, um das Potenzial älterer Arbeitnehmender besser zu nutzen. Die folgenden Kernaussagen fassen das Interview zusammen:
- Wirtschaft statt Politik zuerst: Rupli betont aus über 35 Jahren Verbandserfahrung, dass die Wirtschaft nicht auf die Politik warten, sondern selbst handeln und der Politik die richtigen Rahmenbedingungen aufzeigen soll.
- Alarmierende Zahlen bis 2040: Bis 2040 stehen rund 700'000 zusätzlichen Rentnern (Babyboomer) nur etwa 230'000 neue Arbeitskräfte gegenüber. Eine Lücke von 470'000 Erwerbstätigen, was fast jeder neunten heutigen Stelle entspricht.
- Erhöhung des Rentenalters schwierig: Rupli verweist auf die gescheiterte Abstimmung zur Angleichung des Frauenrentenalters und plädiert stattdessen dafür, das Potenzial jener zu nutzen, die freiwillig länger arbeiten möchten – etwa durch flexible Arbeitsmodelle, Teilzeit oder Homeoffice.
- Ältere Mitarbeitende sind kein Kostenfaktor: Er widerspricht dem Vorurteil, ältere Angestellte seien grundsätzlich zu teuer - unter Berücksichtigung von Rekrutierungs-, Einarbeitungs- und Wissensverlustkosten relativiere sich dieser Nachteil deutlich. Einzig bei den Lohnnebenkosten bestehe tatsächlicher Reformbedarf.
- Verantwortung liegt beim Verwaltungsrat: Der demografische Wandel sei ein strategisches Unternehmensthema; Verwaltungsrat und Geschäftsleitung müssten Prioritäten setzen. Generationenübergreifende Teams seien nachweislich innovativer und leistungsfähiger.
Lesen Sie mehr im Interview auf Seite 35
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Text: Philipp Landmark
Bildvermerk im Interview: Rebekka Grossglauser
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